Aktuelles

 

Der Fischotter ist Tier des Jahres 2021

Deutsche Wildtier Stiftung: Dieser Wassermarder ist ein Alleskönner!

Fischotter auf einem Baumstamm sitzend (Foto: Christian Deckmann)

Fischotter auf einem Baumstamm sitzend (Foto: Christian Deckmann)

Er ist Meisterschwimmer, Pelzträger, Fischliebhaber und jetzt auch Tier des Jahres 2021: der Fischotter (Lutra lutra). Der Einzelgänger mit Schwimmflossen zwischen den Zehen ist ein vielseitiges Wildtier: Kaum ein anderes Säugetier verbindet die Elemente Land und Wasser so perfekt wie er. Wo Otter sich wohlfühlen, ist die Natur noch intakt. An stehenden und fließenden Gewässern mit natürlich bewachsenen und schilfreichen Uferzonen findet der wendige Wassermarder Unterschlupf und Nahrung. Doch verbaute und kanalisierte Gewässer, trockengelegte Feuchtgebiete und die Vernichtung von Uferrandzonen minimieren die Überlebenschance dieser Art.

„Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 gekürt, um darauf aufmerksam zu machen, wie gefährdet er selbst und seine Lebensräume sind“, erklärt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Wie viele Otter es in Deutschland gibt, lässt sich laut der Experten schwer schätzen. Fest steht nur: Im Osten Deutschlands ist er häufiger zu finden als im Rest der Republik und es gibt eine Tendenz zur weiteren Ausbreitung.

Fische, Krebse, Schnecken und Insekten stehen auf der Speisekarte des Otters. „Nur in sauberen Gewässern mit strukturierten Uferrandzonen findet der Wassermarder ein ausreichendes Nahrungsangebot. Leider sind diese Lebensräume in unserer Kulturlandschaft selten“, so der Geschäftsführer. Wie dramatisch sich die Situation des Fischotters im Lauf der Geschichte verändert hat, lässt sich auch an den Ortsnamen ablesen. So gibt es in Rheinland-Pfalz zahlreiche Orte, wie etwa Otterbach und Otterberg, die das Wildtier im Namen tragen.

„Früher waren Fischotter so zahlreich, dass ihr Vorkommen eine ganze Region prägte. Heute lässt sich das Tier des Jahres 2021 in Rheinland-Pfalz überhaupt nicht mehr nachweisen“, so Münchhausen.

Leicht hatte es der Otter nie. Sein dichtes Fell wurde ihm früher oft zum Verhängnis. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um an den kostbaren Pelz zu kommen. Das dichte Fell mit bis zu 140 Millionen Haaren war heiß begehrt. Obendrein wurden die Wildtiere als Schädlinge bejagt, weil sie sich an Fischteichen bedient haben. Zusätzlich ertranken viele Otter in Fischreusen. Heute ist es der Straßenverkehr, der ihnen zum Verhängnis wird. Fischotter haben eine Eigenart, die sie aus dem Wasser an Land treibt: Sie schwimmen nicht unter Brücken hindurch. Stattdessen verlassen sie das Gewässer und überqueren die Straße. Dabei geraten sie oft unter die Räder.

„Eine ottergerechte Gestaltung von Brücken ist notwendig, um den Fischotter vor dem drohenden Unfalltod im Straßenverkehr zu bewahren“, erläutert Münchhausen. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich für den Bau sogenannter „Berme“ ein. „Das sind schmale, aus Holzplanken gebaute Pfade, die wie ein Laufsteg angelegt sind und die der Otter nutzen kann, um trockenen Fußes unter der Brücke hindurchzulaufen.“

Mit der Wahl zum „Tier des Jahres 2021“ soll der Fischotter mit all seinen Problemen für ein Jahr im Rampenlicht stehen, damit in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für seine Bedürfnisse geschaffen wird. Die letzten drei Tiere des Jahres waren: 2020 der Maulwurf (Talpa europaea), 2019 das Reh (Capreolus capreolus) und 2018 die Wildkatze (Felis silvestris).

 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung vom 01. Dezember 2020, Hamburg

 
 
 
 

Estland halbiert den Wolfsbestand

Raubtier-Hotspots lösen auch in Schweden eine neue Lizenzjagd-Debatte aus 

Bis zu 140 Wölfe sollen in diesem Winter in Estland erlegt werden (Beispielbild: iStock.com)

Bis zu 140 Wölfe sollen in diesem Winter in Estland erlegt werden (Beispielbild: iStock.com)

Was in der Europäischen Union so möglich ist: Estland hat angekündigt seinen Wolfsbestand in diesem Winter zu halbieren. Schwedens Regierung stellt die erneute Zulassung der regulären Lizenzjagd auf Wölfe zur Debatte.

Klar ist: Wie alle baltischen Republiken hat sich Estland bei den EU-Beitrittsverhandlungen das Recht ausbedungen, über die Raubtierpolitik souverän zu entscheiden. Das passiert jetzt: Im laufenden Winter soll die Hälfte der dort lebenden Wölfe geschossen werden.

Offizielle Begründung: Es gilt die natürliche Scheu der Raubtiere vor dem Menschen zu bewahren und Schaden von Haus- und Nutztieren abzuwenden. Bis zu 140 Tiere sollen dafür ihr Leben lassen – die bisher höchste Abschussquote seit Estlands EU-Beitritt.

Die Umweltbehörde begründet das Vorhaben mit Rissschäden in besonders betroffenen Regionen. Und damit, dass die Wölfe dort, wo sie Menschen und ihre Siedlungen meiden, ihre Ruhe haben sollen. Im vergangenen Jahr töteten Wölfe in Estland laut offizieller Statistik 477 Schafe, 15 Rinder und 12 Hunde.

Am anderen Ufer der Baltischen See hat Schwedens rot-grüne Minderheitsregierung eine neue Debatte um die reguläre Lizenzjagd auf Wölfe angestoßen: Die Stockholmer Staatskanzlei verweist in einem Diskussionspapier auf die vom Reichstag nach einer Expertenanhörung festgelegten Bestandsgrößen, die einen „günstigen Erhaltungszustand“ der Wolfspopulation garantieren sollen.

Auch in Schweden liegen die Bestandszahlen deutlich über diesem Richtwert von 270 Wölfen, der mittlerweile unter dem Druck einschlägiger Verbände in der Praxis auf 300 Tiere angehoben wurde. Auch im vergangenen Winter wurde die Lizenzjagd trotz noch höherer Bestände abgesagt. Aber nun wächst offenbar der Gegendruck, vor allem aus der Landwirtschaft.

Das aktuelle Regierungspapier verweist auf die Schwierigkeiten mit regional sehr hohen Wolfsdichten und die in solchen Gebieten sinkende Akzeptanz. Das gilt nicht nur für die Rentiergebiete, die mit dem Segen der EU wolfsfrei gehalten werden sollen, sondern auch für dichter besiedelte Bereiche, etwa um die Städte Borlänge und Örebro.

 
 
 
 
 

Fellwechsel: Neuanfang ohne Deutscher Jagdverband und Prämien

am
Dienstag, 01.12.2020 - 08:00
Für Bälge will Fellwechsel künftig kein Geld mehr zahlen. © YuliaB - stock.adobe.com
Für Bälge will Fellwechsel künftig kein Geld mehr zahlen.

Im Juli wurde bekannt, dass die Fellwechsel GmbH ihre Produktion aufgrund finanzieller Schwierigkeiten einstellen musste. Nun soll es mit Fellwechsel weitergehen. Wie der Landesjagdverband Baden-Württemberg berichtet, hat die Fellwechsel GmbH ihr operatives Geschäft größtenteils an die neu gegründete Fellwechsel Vertrieb GmbH mit Sitz in Schleswig-Holstein übertragen. Unter dem bisherigen Logo soll wie bisher produziert und die Produkte vermarktet werden. Der Deutsche Jagdverband werde sich jedoch als Gesellschafter zurückziehen.

Keine Prämien mehr für Erleger

Wie Fellwechsel berichtet, hätten einige Landesjagdverbände bereits zugesagt, die Balg-Sammlungen zu organisieren und durchzuführen. Einer davon ist der Verband aus Baden-Württemberg. Der LJV gab dazu in einer Pressemitteilung an: „Das Präsidium des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg e.V. (LJV) hat beschlossen, dass wir den Gedanken der nachhaltigen Nutzung von erlegtem Raubwild auch weiterhin unterstützen wollen.“ Dazu habe man mit der Fellwechsel Vertrieb GmbH eine vertragliche Vereinbarung geschlossen. Man werde die Sammlung der erlegten Tiere in registrierten Sammelstellen in Baden-Württemberg organisieren. Zweimal im Winter werde eine Leerung der Sammelstellen und ein Transport ins Zwischenlager nach Raststatt organisiert. Von dort erfolgt dann die Abholung zur Weiterverarbeitung in Schleswig-Holstein, so der LJV.

Erlegtes Raubwild von Jägern, die ihre Bälge gegerbt zurückhaben und selbst nutzen wollen, werden weiterhin in Baden-Württemberg verarbeitet. Für Tiere, die durch die Fellwechsel Vertrieb GmbH verarbeitet werden, können jedoch künftig keine Prämien mehr gezahlt werden. Bereits 2019 hatte die alte Fellwechsel GmbH die Bezahlung für Bälge von Fuchs, Nutria und Bisam eingestellt.

 
 
 
 

Land.Vielfalt.Leben.

Der Bundeswettbewerb für insektenfreundliche Landwirtschaft im Rahmen des ‚Aktionsprogramm Insektenschutz‘ startet.

Land.Vielfalt.Leben. (Quelle: BMEL)

Land.Vielfalt.Leben. (Quelle: BMEL)

Insektenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Viele Akteure aus unterschiedlichen Bereichen – so auch die Landwirtschaft – sind gefragt, bei der Umsetzung von mehr Insektenschutz mitzuwirken. Und gerade die Landwirtschaft hat daran ein ureigenes Interesse: Sie ist massiv auf ein intaktes Insektenleben angewiesen – zahlreiche Blühstreifen oder Vertragsnaturschutz betreiben viele Landwirte bereits heute. Einige Insektenarten kommen in Deutschland zudem nur vor, weil Landschaften kultiviert werden.

Die Landwirte leisten hier also bereits erhebliche Anstrengungen und verfügen über ein großes Erfahrungswissen. Das will die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, sichtbar machen und fördern. Im Rahmen des ‚Aktionsprogramm Insektenschutz‘ startet die Ministerin den vereinbarten Bundeswettbewerb „Land.Vielfalt.Leben.“. Er zeichnet vorhandenes Engagement zum Schutz der Insekten in der Landwirtschaft aus. Bewerbungen sind bis zum 28. Februar 2021 unter www.land-vielfalt-leben.de möglich. Es gibt Preisgelder von bis zu 5000 Euro.

Bundesministerin Klöckner: „Viele Landwirte setzen sich bereits seit Jahren aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein – mit vorbildlichen Aktivitäten. Mit dem Wettbewerb wollen wir dieses Engagement würdigen und stärken. Davon profitieren alle.“   

Welche Maßnahmen werden prämiert?

Prämiert werden besonders erfolgreiche, praxisbewährte sowie zukunftsweisende Maßnahmen zum Insektenschutz als auch gezielt kombinierte Maßnahmen für den Insektenschutz.

  • Bereitstellung Nahrung & Habitat
    • Ausweitung und Pflege von Nahrungsangeboten für Insekten in der Agrarlandschaft, gezielte Kombination von Nahrungsangeboten mit Nistmöglichkeiten und Lebensräumen für Insekten, Schutzmaßnahmen für Gewässer und weitere sensible Biotope als Insektenlebensraum
  • Unterstützung der ökologischen Leistungen von Insekten im Produktionssystem
    • Vorbildliche Umsetzung von Insektenschutzmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben und Flächen, Insektenschonende Mahd und Beweidung von Grünland, Einsatz neuer, verbesserter technischer Lösungen für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung oder um negative Auswirkungen der Bewirtschaftung zu reduzieren.
  • Zusammenarbeit zur Förderung des Insektenschutzes im Agrarbereich
  • Wirksame Öffentlichkeitsarbeit für insektenfreundliche Methoden und Arbeitsweisen

 

Wer gewinnt?

Ausgezeichnet werden insgesamt sechs Preisträger, je drei in diesen zwei Kategorien:

1. Kategorie: Preis für die besten Maßnahmen eines landwirtschaftlichen Einzelbetriebes

2. Kategorie: Preis für die besten Maßnahmen einer Kooperation, wie beispielsweise des Zusammenschlusses eines oder mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe mit anderen Akteuren aus der Region wie Vereinen, Verbänden, Kommunen, Imkereien, Bürgerinnen und Bürgern oder Naturschutzinitiativen

 

Wer bewertet?

Die unabhängige Jury, die durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berufen wurde, setzt sich aus fünf Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der Landwirtschaft sowie des Umweltschutzes zusammen.

 Quelle: PM des BMEL vom 30. Nov 2020, Berlin

 
 
 
 
 

Forschung nach ASP-Impfstoff anschieben

Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber schlägt vier konkrete Maßnahmen vor

Wildschwein im Wald (Foto: Tommy_Rau)

Wildschwein im Wald (Foto: Tommy_Rau)

Angesichts der dramatischen Lage auf dem Schweinesektor hat Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber in einem Schreiben an Bundesministerin Julia Klöckner vier konkrete Vorschläge für wirksame Maßnahmen unterbreitet:

„Was an Erfolgen bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das COVID-19-Virus möglich war, sollten wir auch bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) versuchen. In einer gemeinsamen Anstrengung von EU, Bund und Ländern sollten wir die Forschung für einen Impfstoff gegen den ASP-Erreger nochmals kräftig anschieben“, sagte die Ministerin im Anschluss an eine Videokonferenz der Bundesministerin mit den Bundesländern. Um der Branche zu helfen, müsse man sowohl kurzfristig wirksame Maßnahmen als auch langfristige Strategien in den Blick nehmen.
Zur sofortigen Entspannung auf der Produktions- und Schlachtseite braucht es laut Kaniber Lösungen für eine schnelle Marktentlastung, vor allem im Bereich der Spanferkel-Altersklasse. Sie schlägt in ihrem Schreiben an die Bundesministerin vor, die Beihilfen zur privaten Lagerhaltung auf diese Altersgruppen zu konzentrieren. „Dadurch kann ein Schlachtschweinestau schon im Frühstadium verhindert werden, gleichzeitig können bei ohnehin sehr knappen Lagerkapazitäten mehr Schlachtkörper zwischengelagert werden“, so die Ministerin.
Außerdem schlägt sie vor, die anlaufende Modernisierung der Zuchtsauenställe mit einem Abbremsen bei der Erzeugung neuer Ferkel zu verbinden. Betriebe, die jetzt in eine Modernisierung ihrer Sauen- und Ferkelaufzuchtställe investieren, sollten einen Förderzuschlag dafür erhalten, wenn sie während der Umbauphase ihre Produktion spürbar zurückfahren oder vorübergehend einstellen.
Ein dringendes, wenn nicht überlebensnotwendiges Signal wäre nach Überzeugung der bayerischen Ministerin ein Stallbau-Beschleunigungsgesetz. Damit könnten Neu- und Umbaumaßnahmen, die aus Tierwohlgründen notwendig sind, deutlich beschleunigt werden. Der derzeit vorliegende und von der Bundesregierung beschlossene Entwurf zu einem Baulandmobilisierungsgesetz sollte dafür genutzt und entsprechend ergänzt werden.
Als eine strategisch sehr wichtige Maßnahme fordert Kaniber die verstärkte Anstrengung von Bund und EU zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen den ASP-Erreger. „Eine Immunisierung der Hausschweinebestände gegen den Erreger könnte die Vermarktung und den Export aus der EU in Drittstaaten erleichtern und am Ende zu einer dauerhaften Lösung gegen die immer wieder aufflammende Afrikanische Schweinepest beitragen“, so die Ministerin.
Die Afrikanische Schweinepest ist nach derzeitigem Wissen für den Menschen ungefährlich. Befallene Schweine verenden an ihr allerdings in kurzer Zeit und unter erheblichen Qualen.

 

Quelle: PM des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 28. November 2020, München

 
 
 
 
 
 

Regenerative Landwirtschaft – das bessere Bio oder Humbug?

regenerative Landwirtschaft.
am Freitag, 27.11.2020 - 10:59

Was ist eigentlich regenerative Landwirtschaft? Diese Frage können sicherlich auch viele Landwirte nicht auf Anhieb beantworten.

 
 

Also eine neue Mode? Eher nicht, muss man sagen – denn das Konzept kommt – wie so vieles neue – aus Amerika und ist schon 50 Jahre alt. Aber auch in Deutschland hat die Idee der regenerativen Landwirtschaft schon etliche Anhänger gefunden.

Also was steckt nun dahinter: Einer der Erfinder ist der US-Amerikaner Robert Rodale, der das Konzept in den 1970ern in den USA entwickelt hat und zu diesem Zweck das Rodale Institute betreibt und auch Christine Jones aus Australien. Der landwirtschaftliche Ansatz wird in USA mit dem Slogan „Put the carbon back to soil“ beschrieben.

Es geht also um die Anreicherung des Bodens mit organisch gebundenem Kohlenstoff (Humus). Klar ist aber: Humusaufbau ist ein langwieriger und aufwendiger Prozess. Der größte Teil des eingebrachten Kohlenstoffs wird nämlich relativ schnell wieder abgebaut und als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Nur ein kleiner Teil bleibt im Boden und wird langfristig gespeichert.

Und hier gibt es eine Erkenntnis des Thünen-Instituts, die der regenerativen Landwirtschaft widerspricht. Verkürzt gesagt: Die pfluglose Bodenbearbeitung bringt nichts für den Humusaufbau – der Anbau von Zwischenfrüchten schon. Auch eine wissenschaftliche Bestätigung der möglichen Vorteile der Methoden regenerativen Bewirtschaftung gibt es bislang ebenfalls noch nicht – jedenfalls nicht von offizieller Seite.

Etwa 50.000 Hektar regenerative Landwirtschaft in Deutschland

landwirte auf dem feld.

Aber zurück zur regenerativen Landwirtschaft. In diesem Jahr wurde auf dem Farm & Food-Kongresses im Januar 2020 intensiv über das Thema diskutiert: „Die regenerative Landwirtschaft ist eine Landnutzungsform, bei der wir versuchen, über die Nutzung den Boden zu verbessern und die Biodiversität zu erhöhen. Anstatt nur die Symptome unseres vorherrschenden Produktionsmodells zu bekämpfen oder zu vermeiden, können wir versuchen, über Technologie auch die Ursachen zu verändern”, sagte Benedikt Bösel auf dem Farm & Food-Kongress.

Bösel ist Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Schlossgut Alt Madlitz in Brandenburg. „Wir versuchen, neue Methoden umzusetzen und zu sehen, wie sie funktionieren und wie wir sie skalieren können”, erklärt Bösel. Viele Landwirte, die so denken wie Bösel gibt es jedoch nicht in Deutschland. Nach derzeitigen Schätzungen werden hierzulande etwa 50.000 Hektar nach den Prinzipien des Regenerativen Ackerbaus bewirtschaftet – dabei handelt es sich sowohl um ökologische, als auch um konventionelle Betriebe. Ökobauern bewirtschaften dagegen 1,6 Millionen Hektar - das sind immerhin 10 Prozent der Gesamtfläche.

Zu den Pionieren und bekanntesten Praktikern der regenerativen Landwirtschaft In Deutschland zählen derzeit: Friedrich Wenz aus Baden-Württemberg, Dietmar Näser aus Sachsen und Ingrid Hörner aus Hessen. Friedrich Wenz ist ein Demeter-Landwirt – also Ökobauer. Sein Betrieb arbeitet seit Jahrzehnten viehlos und auch pfluglos. Dietmar Näser ist selbständiger Pflanzenbauberater und Ingrid Hörner bewirtschaftet ebenfalls einen landwirtschaftlichen Betrieb. Sie beschäftigt sich mit der Rekultivierung von landwirtschaftlichen Flächen nach baulichen Veränderungen.

Regenerativ: Humusanreicherung, Zwischenfrüchte – und Komposttee

landwirtschaftlicehr boden.

Ziele des Regenerativen Ackerbaus sind: Die Aktivierung und Stärkung des Bodenlebens und die natürliche Humusanreicherung. Dazu gehört auch eine möglichst ganzjährige Begrünung des Ackers. Das erfolgt vor allem über Untersaaten in Hauptfrüchten wie Getreide, Mais oder Raps. Auch der Zwischenfruchtanbau wird als wichtige Möglichkeit gesehen, die Bodenbedeckung zu verlängern.

Angestrebt wir eine flache Einarbeitung der Zwischenfrüchte – die sogenannte Flächenrotte. Die von Näser und Wenz empfohlenen Untersaaten sind Mischungen von Gräsern, Körnerleguminosen und Kreuzblütlern. Ziel der Maßnahmen ist eine Verminderung von Nährstoffverlusten –  etwa durch Nitratauswaschung, die Unterdrückung von Unkräutern und eine bessere Pflanzengesundheit. Ein Ergebnis alle dieser Maßnahmen soll die deutliche Reduzierung (oder auch ein Verzicht) von Pflanzenschutz und Dünger sein. Außerdem wird ein Verzicht von Herbiziden angestrebt.

Zum Regenerativen Ackerbau gehört nach Aussagen von Wenz außerdem der Einsatz von Pflanzenfermenten, sogenannten Rottelenkern. Dabei handelt es sich um einen vergorenen Sud aus Acker- und Gartenkräutern sowie den Triebspitzen verschiedener Sträucher. Diese werden beim Einarbeiten der Zwischenfrucht ausgebracht, anfangs bis zu einer Menge von 100 Litern pro Hektar.

Zum Einsatz kommt außerdem auch sogenannter Komposttee. Dieser wird aus Kompostmaterial hergestellt, dessen Mikroorganismen in warmer Melasse und Wasser stark vermehrt werden. Insgesamt sollen sich mit der regenerativen Landwirtschaft jährlich 0,1 bis 0,2 Prozent Humus aufbauen lassen, ist die Erfahrung von Friedrich Wenz. Das entspräche einem Speicherungspotenzial von ca. 8 bis 15 t/ha CO2.

Die wissenschaftliche Bestätigung der angestrebten Ziele und angewandelten Methoden steht allerdings noch aus. Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Baden-Württemberg ist jedoch dabei die Maßnahmen der Regenerativen Landwirtschaft hinsichtlich der pflanzenbaulichen und ökologischen Wirkungen wissenschaftlich zu untersuchen. Dabei wird auch Förderwürdigkeit der regenerativen Landwirtschaft bzw. einzelner Maßnahmen geprüft.

Der Boden soll sich selbst regulieren

biolandwirte.

Biobauer-Wenz betont: "Den Boden sollte man in der regenerativen Landwirtschaft nur wenn nötig und dann sehr flach bearbeiten. Besonders geeignet seien dafür Geräte wie die Fräse oder der Schälpflug." Eine Ausnahme stelle aus seiner Sicht lediglich die Tiefenlockerung dar. "Eine tiefe und wendende Bearbeitung hingegen würde das Gefüge zerstören und dem Humusaufbau entgegenwirken", sagt Wenz. Die Empfehlung ist also eindeutig: pfluglos!

Dagegen sollen eine dauerhafte Begrünung und die geringe Bearbeitungsintensität es den Bodenlebewesen ermöglichen, sich störungsfrei zu entwickeln. Verdauen Regenwürmer, Bakterien, Pilze und andere Bodenorganismen organisches Material, machen sie nicht nur Nährstoffe pflanzenverfügbar, sondern sie sorgen dabei auch für Humusaufbau, sagen die Pioniere der regenerativen Bodenbearbeitung.

Entscheidend für eine Humusmehrung ist nach Ansicht von Friedrich Wenz zudem, dass Pflanzen und Bodenlebewesen gut zusammenwirken. Die Bodenorganismen erhalten den Kohlenstoff nämlich nicht auschließlich aus Ernteresten, Zwischenfrüchten oder Wirtschaftsdüngern –  sondern auch aus Wurzelabsonderungen lebender Pflanzen, sagt der Biobauer.

Friedrich Wenz erklärt den Ansatz des Systems so: „Die regenerative Landwirtschaft versucht den Problemen über eine gesunde Krume entgegenzuwirken.Unser Job als Bauer ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sich der Boden selbst regulieren kann. Denn wenn man das Bodenleben ins Gleichgewicht bringt, haben es auch Unkräuter schwerer.

Keine verbindlichen Regeln – aber wirtschaftliche Vorteile?

Einheitliche und verbindliche Regeln, wie regenerative Landwirtschaft auszusehen hat, gibt es (bisher) in Deutschland nicht, sagen die Begründer des Verfahrens. Jeder Landwirt muss also für seinen Betrieb seinen eigenen Weg finden. Dabei verzichten Biolandwirte ja ohnehin auf synthetischen Pflanzenschutz und Dünger. Ein konventioneller Bauer der das Verfahren anwendet kan jedoch auch weiterhin damit arbeiten, wenn er es für nötig hält, fügt Wenz hinzu.

Nach Aussagen von Friedrich Wenz ist es bisher auch nicht geplant, Produkte aus regenerativer Landwirtschaft mit einem einheitlichen Label zu kennzeichnen, wie man es etwa von Bioerzeugnissen kennt. „Wir stehen gerade erst am Anfang einer dynamischen Entwicklung, und wollen alle mitnehmen und Grabenkämpfe vermeiden“, begründet Wenz das Vorgehen. Ein Label, das starre Richtlinien vorschreibt, stehe diesem Ansatz eher im Wege, glaubt er.

Den wirtschaftlichen Vorteil des Konzepts der regenerativen Landwirtschaft sieht Wenz darin, die Kosten für Pflanzenschutz und Düngung zu senken und durch fruchtbare Böden hohe und stabile Erträge zu erwirtschaften – und das auch bei zunehmenden Wetterextremen.

Drückjagden trotz Corona-Pandemie

NRW ermöglicht Drückjagden trotz Corona-Pandemie



In Nordrhein-Westfalen sind Drückjagden auf Schalenwild trotz verschärfter Kontaktbeschränkungen erlaubt. Das hat die Landesregierung heute mitgeteilt. Der DJV begrüßt diese Entscheidung und fordert alle anderen Bundesländer auf, dem Beispiel zu folgen.

(Berlin, 30. Oktober 2020) Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat heute bestätigt, dass Drückjagden weiterhin durchgeführt werden dürfen. Bewegungsjagden, die der Reduzierung des Schalenwildes dienen, sind vom Versammlungsverbot ausgenommen. Innerhalb von namentlich dokumentierten festen Gruppen von höchstens fünf Personen darf dabei auch der Mindestabstand notfalls unterschritten werden. Eine Teilnehmerbegrenzung gibt es nicht. Die Rückverfolgbarkeit muss sichergestellt werden. Bei Veranstaltungen mit mehr als 25 Teilnehmern gilt auch im Freien grundsätzlich eine Maskenpflicht.

Der DJV begrüßt diese Regelung. Damit wird klargestellt, dass Jagden auch weiterhin - wenn auch mit Einschränkungen - möglich sind. DJV-Präsident Dr. Volker Böhning ruft die anderen Bundesländer auf, dem Beispiel zu folgen. Der DJV hatte bereits auf die besondere Bedeutung von Bewegungsjagden im Zuge der Seuchenprävention und des Waldumbaus hingewiesen. Zudem hatte er betont, dass mit den bestehenden Hygienekonzepten das Infektionsrisiko bei der Jagd deutlich minimiert werden kann. Bereits im Frühjahr hatte die Bundesregierung die "Systemrelevanz" der Jagd bestätigt und Ausnahmen von Beschränkungen angemahnt.

Präventionsgebiet Eifel West

 

Zehnter Runder Tisch Großkarnivoren beschließt Präventionsgebiet Eifel West / Fördergelder für wolfssichere Zäune können ab 01. November auch von Rinder- und Pferdehaltern beantragt werden.

„Mit dem Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz hat sich das Land bereits 2015 für die mögliche Rückkehr des Wolfes gerüstet. Auf Grundlage des Managementplans werden wir nun das Wolf-Präventionsgebiet ,Eifel West‘ vorsorglich ausweisen, um den Nutztierhaltern vor Ort die Beantragung der im Managementplan verankerten Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese im Anschluss an den als Videokonferenz abgehaltenen Runden Tisch Großkarnivoren.

„Mit der vorsorglichen Ausweisung des Präventionsgebietes ,Eifel West‘ ebnen wir den Weg für Präventionsmaßnahmen zur Unterstützung der Nutztierhalter: So können dort künftig bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde gefördert werden“, so Griese zu der Entscheidung. Neu sei zudem, dass nicht nur Präventionsmaßnahmen für Schaf-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter vom Land gefördert werden, sondern auch Pferde- und Rinderhalter die Fördermaßnahmen beantragen können. „Auch wenn Pferde und Rinder als große Huftiere als wehrhaft gelten und hier Risse selten sind, wollen wir diesen Tierhaltern ermöglichen, die Fördermittel für Präventionsmaßnahmen zu beantragen. Das gilt dann selbstverständlich ebenfalls für das bereits bestehende Präventionsgebiet Westerwald“, erklärt Griese und begründet weiter: „Mit all diesen Maßnahmen möchten wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rückkehr des Wolfes weiterhin aufrechterhalten, denn der Wolf ist nach wie vor eine EU-weit gefährdete und als solche auch eine streng geschützte Art.“

Präventionsgebiet Eifel West

Das neue Präventionsgebiet tritt zum 01.11.2020 in Kraft und umfasst die Landkreise Bitburg-Prüm und die Vulkaneifel vollständig, die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg jeweils nordwestlich der Mosel. Nach Westen und Norden ist die Landesgrenze auch Grenze des Präventionsgebietes. Die VG Gerolstein und die VG Prüm, die bisher Bestandteil der Pufferzone Eifel waren, sind zukünftig Bestandteil des Präventionsgebietes. Die VG Adenau bleibt Pufferzone, d.h. Herdenschutzmaßnahmen werden dort weiterhin finanziert.

Wie im Präventionsgebiet Westerwald und in der bisherigen Pufferzone Eifel gilt auch im Präventionsgebiet ,Eifel West‘, dass im ersten Jahr, also bis 31.10.2021, Rissentschädigungen zu 100 Prozent gezahlt werden (Übergangsfrist). Danach werden Rissentschädigungen bei unzureichendem Herdenschutz nur noch anteilig, nach weiteren sechs Monaten nicht mehr gezahlt.

Des Weiteren wurde über die Aktualisierung des Managementplans gesprochen. „In zahlreichen Punkten muss der Plan aus dem Jahr 2015 angepasst werden. Insbesondere der Umgang mit verletzten und kranken Wölfen sowie die weitere Konkretisierung der Entnahme-Voraussetzungen von etwaigen Problemwölfen müssen mit aufgenommen werden“, nannte Griese weiteren Regelungsbedarf und stellte eine aktualisierte Fassung bis Mitte 2021 in Aussicht.

Hintergrund:
Der Managementplan ist online abrufbar unter:

mueef.rlp.de/fileadmin/news_import/Wolfmanagmentplan.pdf

Informationen zur Zauntechnik und zu den Fördermöglichkeiten gibt es unter:
snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/woelfe-und-nutztierhaltung/

Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht unter: snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

/ Fördergelder für wolfssichere Zäune können ab 01. November auch von Rinder- und Pferdehaltern beantragt werden.

„Mit dem Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Rheinland-Pfalz hat sich das Land bereits 2015 für die mögliche Rückkehr des Wolfes gerüstet. Auf Grundlage des Managementplans werden wir nun das Wolf-Präventionsgebiet ,Eifel West‘ vorsorglich ausweisen, um den Nutztierhaltern vor Ort die Beantragung der im Managementplan verankerten Präventionsmaßnahmen zu ermöglichen“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese im Anschluss an den als Videokonferenz abgehaltenen Runden Tisch Großkarnivoren.

„Mit der vorsorglichen Ausweisung des Präventionsgebietes ,Eifel West‘ ebnen wir den Weg für Präventionsmaßnahmen zur Unterstützung der Nutztierhalter: So können dort künftig bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten für wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde gefördert werden“, so Griese zu der Entscheidung. Neu sei zudem, dass nicht nur Präventionsmaßnahmen für Schaf-, Ziegen- und landwirtschaftliche Wildhalter vom Land gefördert werden, sondern auch Pferde- und Rinderhalter die Fördermaßnahmen beantragen können. „Auch wenn Pferde und Rinder als große Huftiere als wehrhaft gelten und hier Risse selten sind, wollen wir diesen Tierhaltern ermöglichen, die Fördermittel für Präventionsmaßnahmen zu beantragen. Das gilt dann selbstverständlich ebenfalls für das bereits bestehende Präventionsgebiet Westerwald“, erklärt Griese und begründet weiter: „Mit all diesen Maßnahmen möchten wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Rückkehr des Wolfes weiterhin aufrechterhalten, denn der Wolf ist nach wie vor eine EU-weit gefährdete und als solche auch eine streng geschützte Art.“

Präventionsgebiet Eifel West

Das neue Präventionsgebiet tritt zum 01.11.2020 in Kraft und umfasst die Landkreise Bitburg-Prüm und die Vulkaneifel vollständig, die Landkreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg jeweils nordwestlich der Mosel. Nach Westen und Norden ist die Landesgrenze auch Grenze des Präventionsgebietes. Die VG Gerolstein und die VG Prüm, die bisher Bestandteil der Pufferzone Eifel waren, sind zukünftig Bestandteil des Präventionsgebietes. Die VG Adenau bleibt Pufferzone, d.h. Herdenschutzmaßnahmen werden dort weiterhin finanziert.

Wie im Präventionsgebiet Westerwald und in der bisherigen Pufferzone Eifel gilt auch im Präventionsgebiet ,Eifel West‘, dass im ersten Jahr, also bis 31.10.2021, Rissentschädigungen zu 100 Prozent gezahlt werden (Übergangsfrist). Danach werden Rissentschädigungen bei unzureichendem Herdenschutz nur noch anteilig, nach weiteren sechs Monaten nicht mehr gezahlt.

Des Weiteren wurde über die Aktualisierung des Managementplans gesprochen. „In zahlreichen Punkten muss der Plan aus dem Jahr 2015 angepasst werden. Insbesondere der Umgang mit verletzten und kranken Wölfen sowie die weitere Konkretisierung der Entnahme-Voraussetzungen von etwaigen Problemwölfen müssen mit aufgenommen werden“, nannte Griese weiteren Regelungsbedarf und stellte eine aktualisierte Fassung bis Mitte 2021 in Aussicht.

Aktuelles

Frankreich: Dutzende Hunde an Parvovirose gestorben

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In Sedan sind seit Anfang Oktober zwischen 30 und 50 Hunde an Parvovirose eingegangen. Seit Januar 2016 kommt es in der Region immer wieder zu Ausbrüchen.

Besonders Welpen sind durch Parvovirose gefährdet.
Foto: Pixabay

Das geht aus Meldungen der Onlineportale chassepassion.net bzw. france.tv hervor. Die Parvovirose oder Hundepanleukopenie ist eng mit der Katzenseuche verwandt und verläuft in schweren Fällen binnen ein bis zwei Tagen tödlich. Der Parvo-Virus wird durch Schleimhautkontakt übertragen und bleibt bei sommerlichen Temperaturen fast ein Jahr lang infektiös. Er ist Umwelteinflüssen gegenüber außerordentlich resistent. Handelsübliche Desinfektionsmittel können ihn nicht zerstören. Die Hauptsymptome der Krankheit sind hohes Fieber und blutige Durchfälle. Sie befällt hauptsächlich Welpen und junge Hunde bis zum Alter von etwa vier Monaten, kann aber Hunden aller Altersgruppen gefährlich werden. Ein Impfstoff ist verfügbar. rig

 

 

 

Fellwechsel stellt Bezahlung von Fuchsbälgen ein

Das Projekt Fellwechsel geht im Winter 2019/2020 in die dritte Saison. © Hannah Reutter
Das Projekt Fellwechsel geht im Winter 2019/2020 in die dritte Saison.

Die Fellwechsel GmbH hat Ankaufspreise für Raubwildbälge für die Saison 2019/ 2020 veröffentlicht. Für abgegebene Bälge von Fuchs, Nutria und Bisam wird kein Geld mehr ausbezahlt. In der letzten Saison erhielten die Jäger für einen Fuchsbalg, sofern die Qualität passte, 8 Euro. Nutriabälge wurden laut letztjähriger Liste mit 3 Euro honoriert.

Andreas Leppmann, Geschäftsführer der Fellwechsel GmbH, begründet die Änderung mit der Aussage: „Wir müssen uns an die Marktsituation anpassen.“ Der Preis für einen fertigen Fuchsbalg betrage auf dem Weltmarkt derzeit 11 US-Dollar. So billig könne Fellwechsel unter keinen Umständen produzieren.

Zudem hätten viele Kosten vorfinanziert werden müssen und das Weihnachtsgeschäft, von dem sich die GmbH viel erhofft, kann erst in diesem Jahr ausgenutzt werden. Im Gespräch mit der Redaktion geht Leppmann davon aus, dass sich die Marktsituation erhole und möglicherweise im kommenden Jahr die Ankaufspreise angepasst werden. Eine Reduktion der einzelnen Preise sei, anstatt der kompletten Streichung, deutlich komplizierter. Erst in den nächsten Monaten soll die Auszahlung für die Saison 2017/2018 erfolgen und im Jahr darauf dann für die Saison 2018/2019.

Weibliche Nutrias werden nicht mehr abgegeben

In der letzten Jagdsaison stammten etwa zwei Drittel der angelieferten Bälge vom Fuchs. Auf ihrer Webseite gibt Fellwechsel bekannt, dass weibliche Nutrias zukünftig nicht mehr angenommen werden. Durch die artspezifische Zitzenleiste an den Flanken ist die Weiterverarbeitung bei diesen Tieren mit einem deutlich erhöhten Aufwand verbunden, so Fellwechsel gegenüber der Redaktion.

Außerdem sei die Qualität der gelieferten Bälge insgesamt nicht zufriedenstellend. Andreas Leppmann gab an, dass die Tiere oft zu früh eingefroren werden und dadurch die Balgqualität leide. Zudem sei auch räudiges und Wild mit zu großen Ein- und Ausschüssen abgeliefert worden. Diese Felle seien nicht zu verarbeiten.

Abbalgstation seit 2018 im Betrieb

Iltisbälge werden von Fellwechsel 2019/2020 für 5 Euro angekauft. © Hannah Reutter

Iltisbälge werden von Fellwechsel 2019/2020 für 5 Euro angekauft.

Der Geschäftsführer gibt an, dass bislang etwa 25.000 Stück Raubwild eingesammelt wurden. Davon seien bis heute etwa 12.000 Stück gestreift und 400 Bälge als Trophäen verarbeitet worden. Fellwechsel wurde vom Landesjagdverband Baden-Württemberg und dem Deutschen Jagdverband gegründet. Die Abbalgstation in Rastatt (Baden-Württemberg) ist seit 2018 im Betrieb.

Jäger kündigen an, nicht mehr mitzuarbeiten

Das Raubwild wird in zentrale Sammelstellen abgeliefert. Die Kühltruhen werden häufig von Jägervereinigungen und Hegeringen, aber auch von Privatpersonen betrieben. Von dort holt Fellwechsel das Wild ab und verarbeitet es weiter. 

In den sozialen Medien kündigten einige Jäger an, dass sie durch die neue Preisliste künftig kein Raubwild mehr an Fellwechsel geben und unter diesen Umständen auch keine Sammelstellen mehr betreiben werden.

 

 

 

 

Erhöhte Wildunfallgefahr durch Umstellung auf Winterzeit

Rehe kommen besonders oft unter die Räder. /LJV RLP

Nasse Straßen und schlechte Sicht sind während Herbst und Winter keine Seltenheit. Wenn am 27. Oktober die Sommerzeit endet und der Berufsverkehr in die Dämmerungsstunden verlagert wird, steigt die Gefahr von Wildunfällen.

(Gensingen, 24. Oktober 2019) Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) empfiehlt Autofahrern in den Wochen nach der Zeitumstellung am 27. Oktober besonders aufmerksam zu sein. Denn die Wildunfallgefahr steigt, wenn der Berufsverkehr durch die Umstellung auf die Winterzeit mit den Gewohnheiten der Wildtiere kollidiert. In den Dämmerungsstunden queren viele Wildtiere bei der Nahrungssuche Straßen, wodurch es zu Verkehrsunfällen kommen kann.

In Rheinland-Pfalz ereigneten sich im Jahr 2018 rund 23.400 Wildunfälle. Im Vergleich zu 2017 sank damit die Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren um etwa sechs Prozent. Mehr als 60 Prozent der Wildunfälle ereigneten sich in der Nordhälfte von Rheinland-Pfalz. Im Jagdjahr 2017/2018 fanden mehr als 10.000 Rehe durch den Straßenverkehr den Tod. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder. Ein Hauptgrund für Wildunfälle ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch deswegen fordert der LJV den Ausbau von Wildtierkorridoren und Querungshilfen.

Wildunfälle sind nicht zu unterschätzen. Bei einem Crash mit einem 80 Kilogramm schweren Wildschwein bei 60 km/h wirkt ein Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen auf das Fahrzeug ein. Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten selbst Wildunfälle vermeiden. Die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 80 statt mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter kürzeren Bremsweg. Überquert ein Wildtier die Straße, sollte der Fahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls versuchen auszuweichen, denn die Folgen könnten schwerwiegender sein.

Ist es zum Crash gekommen, gilt es, Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu rufen. Ist das Wildtier noch am Leben, verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei. Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall finden interessierte auf der Homepage des LJV (www.ljv-rlp.de).

Um Unfallschwerpunkte zu ermitteln und damit für ein Plus an Verkehrssicherheit zu sorgen, veröffentlichte der Deutsche Jagdverband im Herbst 2016 die kostenfreie Tierfund-Kataster-App. Die App gibt es für Smartphones mit den Betriebssystemen Android und iOS. Die Daten lassen sich innerhalb von wenigen Minuten erfassen. Der aktuelle Standort wird dabei von der App automatisch erfasst und relevante Daten wie Datum oder Wildart abgefragt. Zusätzlich lässt sich für die bessere Bestimmung der Wildart ein Foto hochladen. Eine Zwischenspeicherung der Daten auf dem Smartphone ist auch ohne Internetverbindung möglich. Auch auf der Homepage www.tierfund-kataster.de können Verkehrsteilnehmer die Daten einfach und bequem eingeben. Wissenschaftler der Universität Kiel prüfen die Daten und werten sie aus.

Jägerinnen und Jäger engagieren sich seit Jahren für den Schutz von Verkehrsteilnehmern. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 18.000 Straßenkilometer, etwa 1.810 km stattete die Jägerschaft mit mehr als 46.000 Wildwarnreflektoren aus und konnte damit lokal die Zahl der nächtlichen Wildunfälle um 70 bis 80 Prozent reduzieren. Nahezu 250.000 Euro sind in diese Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geflossen – den größten Teil davon bezahlen die Jägerinnen und Jäger aus eigener Tasche.

 

 

 

Innenminister Seehofer schießt bei der Waffenrechtsänderung über das Ziel hinaus

Die geplante Novelle des Waffengesetzes geht deutlich über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus. Das Bundesinnenministerium will in einer Nacht-und-Nebel-Aktion unüberlegte Verschärfungen durchsetzen und legale Waffenbesitzer grundlos bestrafen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will das Waffengesetz drastisch verschärfen. (Quelle: Kauer/DJV)
Bundesinnenminister Horst Seehofer will das Waffengesetz drastisch verschärfen. (Quelle: Kauer/DJV)

Bundesinnenminister Horst Seehofer will das Waffengesetz drastisch verschärfen und nutzt unter anderem das Attentat von Halle als Vorwand. Der Täter hatte sich seine Waffen mit einem 3-D-Drucker selbst gebaut. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund protestieren entschieden dagegen: Schärfere Regelungen verhindern solche Taten nicht und treffen grundlos legale, gesetzestreue Waffenbesitzer und weitere unbeteiligte Bevölkerungsgruppen.

„Mit dem Aktionismus wird der Bevölkerung ein Gewinn an Sicherheit vorgegaukelt. Erschaffen werden soll ein Bürokratiemonster, das selbst Experten der Polizei für nicht umsetzbar halten“, sagte Friedrich Gepperth, Vorsitzender des Forum Waffenrecht. Die geplanten Verschärfungen sorgten dafür, dass Fachkräfte in den Sicherheitsbehörden mit bürokratischen Vorgaben beschäftigt seien, anstatt Kriminalität zu bekämpfen. Seehofer geht mit seinen Vorschlägen weit über die Vorgaben der europaweiten Feuerwaffenrichtlinie hinaus und bricht damit seine Zusage, dass die Richtlinie nur eins zu eins umgesetzt werden sollte. Die Richtlinie musste bereits bis September 2018 in deutsches Recht umgesetzt werden. Eine Fristverlängerung läuft Ende Dezember aus.

Nun sollen unter anderem generelle Waffenverbotszonen eingeführt werden: Darin wären nicht nur Taschenmesser ab einer Klingenlänge von vier Zentimetern bereits verboten, sondern auch ein unbestimmter Kreis von „gefährlichen Gegenständen“. Sogar Glasflaschen könnten unter das Verbot fallen. In den Zonen soll es Personenkontrollen ohne Anlass geben. Die Verbände des Forum Waffenrecht und der Deutsche Schützenbund sehen darin einen Schritt hin zum Überwachungsstaat. Solche Zonen haben erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung, Anwohner, Besucher, Kunden von ansässigen Geschäften oder auf Handwerker. Auch wenn Ausnahmen im Gesetz und in der Verbotszonenverordnung vorgesehen werden, verbleiben erhebliche Unsicherheiten. Für sehr viel wirksamer halten die Verbände und Experten der Polizei ein individuelles Verbot von Waffen für bereits straffällig gewordene oder anderweitig aufgefallene Personen. Dies ist nach Ansicht von Polizeiexperten auch in der Praxis weit praktikabler. Das Bundesinnenministerium lehnt diese Vorschläge dagegen vehement ab.

Eine weitere geplante Verschärfung ist die verpflichtende Verfassungsschutzabfrage bei der Zuverlässigkeitsüberprüfung. Die acht Verbände begrüßen zwar die Absicht, Extremisten den Zugang zu Waffen zu verwehren. Sie kritisieren aber, dass mit der geplanten Änderung alle legalen Waffenbesitzer unter Generalverdacht gestellt würden. Ein Mehr an Sicherheit werde damit nicht geschaffen. Denn der Verfassungsschutz kann bereits jetzt auf die Daten im Nationalen Waffenregister zugreifen und so Extremisten den Zugang zu Waffen gezielt verwehren.

Die EU-Feuerwaffenrichtlinie nutzt Minister Seehofer auch als Vorwand dafür, Sportschützen weiter zu schikanieren: Die Anforderungen für den Besitz von bereits legal erworbenen Waffen sollen drastisch angehoben werden. Die hohen Anforderungen, die für den Erwerb gelten und die durch die Rechtsprechung schrittweise angehoben wurden, sollen künftig auch für den weiteren Besitz gelten. In der Praxis bedeutet das: Für jede legale Waffe muss der Besitzer künftig 18 Schießtermine jährlich vorweisen. Kein Anschlag würde dadurch verhindert.

Ein Bürokratiemonster ist auch die neue Regelung zu Magazinen mit mehr als 10 Schuss für Gewehre sowie 20 Schuss für Pistolen und Revolver. Diese Magazine, die bisher völlig frei erwerbbar waren, sollen künftig verboten werden. Auch damit geht Seehofer über die Richtlinie hinaus. Die geplante Regelung verschärft auch die Rechtsunsicherheit, die schon die Richtlinie begründet hat. Die Regelung verlangt vom einzelnen Magazinbesitzer eine eigene Beurteilung des Magazins, die schon für den kriminaltechnischen Dienst der Polizei kaum zu bewältigen wäre. Damit geht auch dieses Vorhaben weit über die Vorgaben der EU-Feuerwaffenrichtlinie hinaus. Die Verbände lehnen dies ab.

Weitere Verschärfungen sind geplant, die Handel und Hersteller von Waffen negativ beeinflussen - ohne ein Plus an Sicherheit zu erreichen. Die Verbände fordern Minister Seehofer und die Abgeordneten des Bundestages auf, unsinnige Restriktionen für legale Waffenbesitzer ersatzlos zu streichen. Stattdessen sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, den illegalen Waffenbesitz endlich effektiv zu bekämpfen.

Das deutsche Waffengesetz ist eines der strengsten weltweit. Der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King’s College sagte kürzlich gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass das strenge Waffenrecht in Deutschland bei dem Anschlag in Halle vermutlich sogar zahlreichen Menschen das Leben gerettet habe, weil der Täter keinen Zugang zu legalen Waffen gefunden hat.

Die unterzeichnenden Verbände vertreten mehr als 2 Mio. Mitglieder in über 15.000 Vereinen in ganz Deutschland. Die im Forum Waffenrecht zusammengeschlossen Verbände sind unter anderem der Deutsche Jagdverband e. V., der Bund Deutscher Sportschützen e. V., der Bund der Militär- und Polizeischützen e. V., die Deutsche Schießsport Union e. V., der Bundesverband Schießstätten e.V., der Verband deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. und der Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition.

 

 

Jagdhunde von Hundesteuer befreit

Muensterlaender-Drahthaar © Erich Marek
In der Gemeinde Stendal können Jagdhunde von der Steuer befreit werden.

Jäger aus Wahrburg und Röxe haben bei der Gemeine Stendal (Sachsen-Anhalt) angeregt Jagdhunde von der Steuer zu befreien. Laut der „Volksstimme“ wurden sie dabei von der Wahrburger Ortsbürgermeisterin Carola Radtke unterstützt. Am 14. Oktober stimmte der Stadtrad in Stendal über die neue Satzung ab, mit einer positiven Nachricht für die rund 30 Jagdgebrauchshunde in der Gemeinde.

Drei Bedingungen für eine Steuerbefreiung

Der Antrag auf eine Steuerbefreiung ist dabei an drei Bedingungen geknüpft: Zum einen muss der Jagdhundehalter im Besitz eines Jagdscheins sein. Zum anderen muss der Jäger ein Pachtverhältnis oder einen Jagderlaubnisschein vorweisen. Hinzu kommt eine erfolgreich bestandene Jagdeignungsprüfung des Hundes. Bei der Gemeinde sind alle drei Nachweise gemeinsam vorzulegen. Der Antrag ist innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme eines Hundes zu stellen. Bei bereits versteuerten Jagdhunden muss das Formular mindestens zwei Wochen vor Beginn des Monats, in dem die Steuerbefreiung wirksam werden soll, abgegeben werden.

Immer mehr Gemeinden beraten darüber

Auch in Haigerloch (Baden-Württemberg) laufen derzeit Gespräche bezüglich einer möglichen Steuerbefreiung von Jagdhunden. Eine Abstimmung über eine Neufassung der Hundesteuersatzung stehe hier allerdings noch aus.

 

 

 

Waffenrecht: Bundestag berät über geplante Änderungen

Schalldaempfer-Hochsitz © Rasso Walch
Erwerb und Besitz von Schalldämpfern will man mit der Änderung des Waffengesetzes bundeseinheitlich regeln.

Gestern Abend wurde über die „dritte Waffenrechtsänderung“ sowie über die Beratungsanträge der Grünen unter dem Titel „Tödliche Gefahr durch Schusswaffen eindämmen“ und der FDP unter dem Titel „Freiräume für Jäger und Sportschützen – Für eine schonende Umsetzung der EU-Feuerwaffenrcihtlinie“ erstmals im Bundestag beraten.

Staatssekretär des Inneren, Stephan Mayer (CSU), sieht den aktuellen Gesetzesentwurf als eine „ausgewogene Lösung“. Besonders die Erleichterungen beim Erwerb von Schalldämpfern, die nach der geplanten Änderungen, „erlaubnisfrei erworben und besessen werden können“ sieht er ebenso als Vorteil wie die geplante waffenrechtliche Erleichterung bei der Verwendung von Nachtsichtgeräten

FDP will Verwaltungsgebühren deckeln

Der AFD Abgeordneten Martin Hess gab an, dass seine Partei sich dem Gesetzesentwurf entgegenstellen werde. Er betont, dass „unser Problem nicht ein ein zu lachses Waffengesetz“ sei und die Waffenrechtsverschärfungen auch die Tat in Halle nicht verhindert hätten.

Konstantin Kuhle von der FDP wies in seiner Rede daraufhin, dass bei der Umsetzung nun keine Eile geboten sei. Die Frist der EU sei „eh Ende 2018 abgelaufen.“ Auch die FDP wolle sich gegen den derzeitigen Entwurf stellen. Dem eingereichten Antrag ist zu entnehmen, dass die Liberalen die Bundesregierung auffordern, einen neuen Entwurf für ein Umsetzungsgesetz zur EU-Feuerwaffenrichtlinie vorzulegen, in dem u.a. von der Neuregelung der Bedürfnisprüfung Abstand genommen wird. Auch verlangen sie, dass die von den Waffenbesitzern zu tragenden Verwaltungsgebühren für waffenrechtliche Überprüfungen auf einen jährlichen Beitrag von nicht mehr als 100 Euro gedeckelt werden.

Gesetzesentwurf greift nach Ansicht der Grünen zu kurz

Dr. Irene Mihalic von den Grünen machte deutlich, dass für ihre Partei der „Gesetzesentwurf zu kurz greift“. In dem Beratungsantrag fordern die Grünen „eine gesetzliche Regelung zur Beurteilung der erforderlichen Zuverlässigkeit von Inhabern waffenrechtlicher Erlaubnisse. Eingeführt werden solle eine gesetzliche Vermutung, dass Personen in der Regel nicht die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen, über die personenbezogene Daten bei Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern gespeichert sind.“

Der Entwurf sowie die beiden Beratungsanträge wurden erwartungsgemäß zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Inneres und Heimat überwiesen.

 

 

 

Waffenrecht: CDU plant weitere Verschärfung

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Die CDU will das Waffenrecht weiter verschärfen. Das geht aus einer Meldung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom 13. Oktober hervor. 

Die CDU will anscheinend das Waffengesetz weiter verschärfen.
Foto: Angela Stutz

Zudem, so wird aus einem Positionspapier der Union zitiert, sollen Verfassungschutz und Polizei erweiterte Befugnisse zur Überwachung von Messengerdiensten wie z. B. Whatsapp erhalten. Auch will die CDU das Strafmaß für Beleidigung und Verleumdung im Internet erhöhen. Hintergrund seien die Ermordung des CDU-Politikers Lübcke in Kassel am 2. Juni sowie der rechtsextreme Anschlag auf eine Synagoge in Halle am 9. Oktober, bei dem zwei Personen getötet und zwei weitere verletzt wurden. Konkrete Informationen, inwiefern das Waffengesetz geändert werden soll, liegen allerdings noch nicht vor. rig

 


 

 

Entenquälerei

Unbekannte quälen Enten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Ente-Verletzt © Wildvogelrettung e.V.

Die Ente wurde mit einem Pfeil für Blasrohre verletzt.


Am 03. September ereignete sich in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) ein Fall von Tierquälerei. Eine Frau, welche anonym bleiben möchte, entdeckte eine verletzte Ente. Diese saß mit einem Pfeil im Flügel an einem Bachlauf nahe einer Schule. Die Finderin informierte daraufhin die örtliche Wildvogelrettung.

Die Erste Vorsitzende des Vereins gibt gegenüber der Redaktion an, dass die Ente in Absprache mit ihnen zu dem „Vereinstierarzt“ gebracht wurde. Ein Röntgenbild zeigte keinerlei Knochenbrüche – daher konnte der Pfeil schnell entfernt, die Wunde gesäubert und vernäht werden. Hätte der Breitschnabel schwerwiegendere Verletzungen davon getragen, so hätte man ihn erlöst.

Zweiter Vorfall mit gleichem Pfeil

Ente-Roentgenbild © Wildvogelrettung e.V.

Auf dem Röntgenbild sind keine Knochenbrüche erkennbar.


Der Ente gehe es soweit gut und sie werde schnellstmöglich wieder in die Natur entlassen. Die Kosten der Behandlung wird der Verein selbst tragen, so die Vorsitzende weiter. Ähnliche Vorfälle von verletzten Vögeln seien seit rund zwei Jahren häufiger zu beobachten.

Bereits wenige Tage später am 10. September wurde eine zweite verletzte Ente gefunden. Auch diese hatte einen Pfeil im Körper stecken. Die Vereinsvorsitzende hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Polizeidirektion Neustadt/Weinstraße kann den geschilderten Vorfall so bestätigen. Sachdienliche Hinweise können unter der Telefonnummer 06321/8540 an die Beamten gemeldet werden.

Ente in Baden-Württemberg erdrosselt

Ente-Tot-Wiese © Polizeipräsidium Konstanz

Ein Unbekannter hatte die Ente mit einem Dichtungsgummi erdrosselt.


Ein weiterer Fall von Tierquälerei trug sich in Bodman-Ludwigshafen (Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg) am 2. September zu. Ein Spaziergänger entdeckte eine tote Ente. Diese lag auf einer Wiese im Stadtgarten. Um ihren Hals war ein Verdichtungsgummi geknotet, so die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz. Der Passant informierte einen vorbeifahrenden Streifenwagen der Polizei über seinen Fund.

Die Beamten nahmen den Vorfall auf und setzten den Jagdpächter in Kenntnis. Nach Angabe des Pächters sei die Ente noch nicht sehr lange ums Leben gekommen, so die Pressesprecherin weiter. Die Polizei ermittelt nun wegen einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Hinweise zu diesem Vorfall können an das Polizeirevier Stockach unter der Telefonnummer 07771/93910 gegeben werden.

 

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